Peter Auer ist emeritierter Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutschland), wo er bis vor kurzem den Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft innehatte. Er lehrte außerdem Deutsch und Allgemeine Sprachwissenschaft an den Universitäten Konstanz, Saarbrücken und Hamburg und war Gastprofessor an den Universitäten Helsinki, Stockholm und der EHESS (Paris) sowie Fellow am Netherlands Institute for Advanced Study. Seine Forschung widmet sich einem breiten Spektrum sprachwissenschaftlicher Gebiete, darunter Zweisprachigkeit, Dialektologie, Phonologie/Phonetik, Syntax der gesprochenen Sprache, Konversationsanalyse, Blickanalyse und Soziolinguistik. Er hat mehr als 250 wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht und ist (Mit-)Herausgeber bzw. (Mit-)Autor von 29 Büchern.
David Britain promovierte 1991 in Linguistik an der University of Essex im Vereinigten Königreich und war an der Victoria University of Wellington in Neuseeland sowie an der University of Essex tätig, bevor er 2010 eine Professur für moderne englische Linguistik am Institut für Anglistik der Universität Bern in der Schweiz antrat. Seine Forschungsinteressen umfassen Sprachvariation und -wandel, Varianten des Englischen (insbesondere in England, der südlichen Hemisphäre und im Pazifikraum), Dialektkontakt und -abschwächung, die Entstehung neuer Dialekte, den Erwerb von Zweitdialekten sowie den Einsatz neuer Technologien, wie beispielsweise Smartphone-Anwendungen, bei der Erhebung von Dialektdaten. Darüber hinaus forscht er aktiv an der Schnittstelle zwischen Dialektologie und Humangeographie, insbesondere im Hinblick auf Raum/Ort, Stadt/Land und die Rolle von Mobilität. Von 2008 bis 2017 war er Mitherausgeber des „Journal of Sociolinguistics“, gemeinsam mit Laura Rupp Autor des Buches „Linguistic perspectives on a variable English morpheme: let’s talk about –s“ (Palgrave, 2019) und ist Mitautor von in Kürze erscheinenden Arbeiten zum mikronesischen Englisch und zum Englisch auf den Falkland Inseln. Derzeit leitet er CURLEW – ein großes, vom Schweizerischen Nationalfonds finanziertes internationales Projekt, das eine neue landesweite Erhebung der Dialekte in England und Wales durchführt.
Prof. Dr. Lars Bülow hat den Lehrstuhl für Germanistische Linguistik am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Im Jahr 2020 habilitierte er sich an der Universität Salzburg im Fach Germanistische Linguistik. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel „Inter- und intra-individuelle Variation im Wandel der bairischen Dialekte Österreichs. Empirische Befunde und konzeptionelle Überlegungen“. Seine mehrfach ausgezeichnete Dissertation, die er 2017 an der Universität Passau abschloss, befasst sich mit Variation und Wandel in der deutschen Morphologie. Von 2016 bis 2018 war er als Postdoktorand an der Universität Salzburg im Teilprojekt „Variation und Wandel dialektaler Varietäten in Österreich (in real und apparent time)“ des Spezialforschungsbereichs „Deutsch in Österreich. Variation – Kontakt – Perzeption“ (F 60) tätig. In diesem Zusammenhang sammelte er umfassende Erfahrungen in der Erhebung, Aufbereitung und Analyse dialektaler Sprachdaten. Als Experte für Dialektologie und Variationssoziolinguistik untersucht er dialektale Variation und Sprachwandel auf sämtlichen sprachlichen Ebenen, darunter Phonetik und Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexik und Pragmatik. In seiner akademischen Laufbahn hat er an mehreren Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelehrt.
Zudem war er als Research Fellow und Gasprofessor an den Universitäten in Modena, Mailand, Groningen und Cambridge tätig.
Leonie Cornips ist Soziolinguistin (syntaktische Variation), seit 1994 Mitglied der Königlich-Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften und seit 2011 Professorin für „Sprachkultur in Limburg“ an der Universität Maastricht. Ihre Forschung konzentriert sich auf Mehrsprachigkeit, Dialekte und neu entstehende Sprachvarietäten in den Niederlanden sowie auf lokale Identitätskonstruktionen durch Sprachpraktiken, einschließlich sprachlicher Ortsbildung und Zugehörigkeit. Derzeit untersucht sie nichtmenschliche Tiersprachen, insbesondere die Interaktion von Kühen innerhalb der Spezies und zwischen den Spezies und hinterfragt dabei die a priori vorgenommene Unterscheidung zwischen Mensch (Kultur) und Tier (Natur). Sie versteht Sprache als ein multimodales, verkörpertes und multisensorisches Phänomen und führt zu diesem Zweck ethnografische Feldforschung auf industriellen Milchviehbetrieben in den Niederlanden durch.
Arnulf Deppermann ist Leiter der Abteilung für Pragmatik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS Mannheim, Deutschland) und Professor für deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Mannheim. Er hat sich mit einer Vielzahl von Themen und Phänomenen in den Bereichen Konversationsanalyse, Interaktionslinguistik und multimodale Interaktionsanalyse befasst. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte fokussieren darauf, wie Interaktionsverläufe die Entwicklung von Routinen beeinflussen und wie Sprache in Aufgabenstrukturen praktischer Aktivitäten eine Rolle spielt. In jüngster Zeit hat er sich mit Theaterproben, Psychotherapie und Fahrstunden beschäftigt. Theoretisch interessiert er sich für Fragen der Handlungszuschreibung sowie für die Beziehung zwischen sozialer Interaktion und kognitiven Prozessen. Zu seinen weiteren Forschungsgebieten zählen Verständnis und Intersubjektivität in der Interaktion, Grammatik und Semantik in der Interaktion, Narrativität und Identität sowie die Koordination von Sprechen und Verkörperung in der multimodalen Interaktion.
Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
PF 101621
68016 Mannheim
Deutschland
Pia Quist ist Professorin für Soziolinguistik an der Universität Kopenhagen und Direktorin von TRANSITION – Zentrum für den Wandel des Lebens in Stadt und Land, das von der Dänischen Nationalen Forschungsstiftung gefördert wird. Ihre Forschung konzentriert sich auf Sprache, Ort, Mobilität und sozialen Wandel, wobei ihr besonderes Augenmerk den Dialekten und sprachlichen Praktiken im städtischen und ländlichen Kontext gilt. Sie arbeitet in der Regel in interdisziplinären Forschungsteams und hat mit Wissenschaftlern aus den Bereichen Geschichte, Geografie, Soziologie und Literaturwissenschaft zusammengearbeitet. In ihrer aktuellen Arbeit untersucht sie, wie eine Transition-Perspektive dazu beitragen kann, die Beziehung zwischen Sprechern, Orten und sprachlichen Praktiken neu zu überdenken.
Beat Siebenhaar hat seit 2008 eine W2-Professur für Germanistische Linguistik mit Schwerpunkt Varietätenlinguistik am Institut für Germanistik der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig inne. Er war u.a. Assistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich bei Professor Sonderegger und premier assistant bei Professor Keller am Laboratoire d'Analyse Informatique de la Parole (LAIP), Section d' Informatique et des Méthodes Mathématiques, der Universität Lausanne . Von 2003-2004 war Beat Siebenhaar leitender Mitarbeiter beim Nationalfonds-Projekt „Quantitative Ansätze zu einer Sprachgeographie der schweizerdeutschen Prosodie” bei Professor Werlen am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Bern. Von 2007-2008 vertrat er die W3-Professur von Professor Auer an der Albert-Ludwigs Universität Freiburg im Breisgau.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Variationslinguistik, Dialektologie, Soziolinguistik, Phonetik, Prosodie, Lifespan change, Interaktives Schreiben, Code-Switching.
Beat Siebenhaar hat zahlreiche Publikationen verfasst, u.a. den Beitrag „Variationslinguistik, Dialektologie, Soziolinguistik, Phonetik, Prosodie, Lifespan change, Interaktives Schreiben, Code-Switching” im 2025 von Grawunder/Mousavi herausgegebenen Tagungsband zur Konferenz P&P20 – 2024 in Halle/Saale.
Sali A. Tagliamonte ist Inhaberin des Canada Research Lehrstuhls für Sprachvariation und -wandel und Professorin für Linguistik an der Universität Toronto. Sie ist Mitglied der Royal Society of Canada und Fellow der Linguistic Society of America. Ihre Forschung konzentriert sich auf morphosyntaktische und diskurspragmatische Variation, wobei sie gemeinschaftsübergreifende und zeitliche Vergleiche nutzt, um Sprachwandel zu untersuchen, und ihre Interpretationen auf soziolinguistische Theorie, historische Linguistik, Strukturtheorie und Typologie stützt. Sie hat acht Bücher verfasst, darunter das in Kürze erscheinende Werk „Sociolinguistic Typology and Language Change“, und ist Herausgeberin der Reihe „Studies in Language Variation and Change“, die bei Cambridge University Press erscheint.
Evelyn Ziegler ist Professorin für deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Sie promovierte in deutscher Sprachwissenschaft an der Universität Heidelberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind interaktionale Soziolinguistik, digitale Kommunikation, Sprachlandschaften und Spracheinstellungen. Derzeit untersucht sie gemeinsam mit Natalie Braber (Nottingham Trent University), John Bellamy (Manchester Metropolitan University) und Nantke Pecht (Universität Münster) das „Mining Language“ in Deutschland und Großbritannien.